Die Wiener Linien besitzen weltweit als ersten Nahverkehrsunternehmen seit kurzem zwei neue Messfahrzeuge zur regelmäßigen netzweiten Überprüfung des Fahrweges. Ein Fahrzeug ist für den U-Bahnbetrieb, das zweite für den Straßenbahnbetrieb (Vignol- und Rillenschiene) geeignet. Messprinzip der hochgenauen Schienenquerschnittsmessung ist das Lichtschnittverfahren mittels stark gepulster Laser. Ergebnis der im Abstand von 0.5 m durchgeführten Messungen sind Abschnitte der von den Kameras aufgenommenen Schienenoberfläche. Nach geeigneter Verarbeitung (Prüfung und zwei-dimensionale Glättung) sind diese Daten hervorragend geeignet, um die Berührung zwischen Rad und Schiene analysieren zu können. So kann man beispielsweise die Querverschieblichkeit exakt aus den verschiedenen Anlaufwinkeln berechnet werden. Aus der Lage und der Verteilung der Berührpunkte bei einer (zyklischen) seitlichen Absenkung kann die Verschleißneigung von Teilen der Kontaktpartner erkannt werden. In der Abbildung bleibt der Kontakt auf einem Punkt auf der Schiene hängen – diese Berührsituation muss daher als ungünstig bezeichnet werden. Zur Abschätzung der kinematischen Auswirkungen werden die Berührlagen zur Ermittlung der äquivalenten Konizität heran gezogen. Mit dieser Maßzahl kann die Stabilität der Geradeausfahrt charakterisiert werden. Für die Bogenfahrt hingegen ist die erforderliche Rollradiendifferenz von Bedeutung.
Abbildung: Radprofil in der Rillenschiene
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